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Das älteste bekannte Beispiel für die Wassergewinnung in der Eifel ist die römische Wasserleitung von Nettersheim nach Köln.
Diese 95,4 Kilometer lange Wasserleitung gehörte zu den längsten Fernwasserleitungen des römischen Reiches.
Sie war eine Spitzenleistung römischer Ingenieurkunst und versorgte das römische Köln vom 1. bis zum 3. Jahrhundert mit qualitativ gutem Wasser aus der Eifel.
Ihre Tagesleistung betrug bis zu 20000 Kubikmeter. Das Wasser tritt aus mitteldevonischem Dolomit aus und wird in der sogenannten Römerquelle im Urfttal nördlich Nettersheim gefasst.

Die Wasserleitung nach Köln, auch »Römerkanal« genannt, ist überwiegend in Naturstein (Sandstein, Kalkstein, Dolomite) gearbeitet und hat einen Querschnitt von 80 x 50 cm, wobei der obere Teil fast immer in Gewölbeform ausgeführt ist. Rund 190 Jahre war diese römische Wasserleitung in Betrieb. Dann hatte eine der größten Einrichtungen städtischer Infrastruktur nördlich der Alpen ausgedient.

Bei dem fränkischen Großangriff auf das römische Rheinland in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts ist auch die Eifelwasserleitung zerstört worden. In der Spätantike wurde diese grandiose Versorgungseinrichtung von Römern nicht wieder in Betrieb genommen und so dem Verfall preisgegeben.

aus: »Geologische Streifzüge« von Wolfgang Spielmann, erschienen im Rhein-Mosel-Verlag


Heute führt der »Römerkanal-Wanderweg« entlang der im 1. Jahrhundert n. Chr. von den Römern erbauten Eifelwasserleitung.

Von Nettersheim über Kall, Rheinbach, Brühl und Hürth nach Köln-Sülz hat er eine Länge von 116 Kilometern und ist mit einem zeitgemäßen Beschilderungssystem versehen. Rund 50 Schautafeln informieren den Wanderer über örtliche Besonderheiten und den Bau der Wasserleitung.

Der Wanderweg führt u.a. an folgenden interessanten Zeugnissen aus dieser Zeit vorbei:
der Brunnenstube »Grüner Pütz«, dem Aufschluss der Eifelwasserleitung bei der Burg Dalbenden, der Aquäduktbrücke in Mechernich-Wolken, der Brunnenstube Klausbrunnen, dem Sammelbecken in Mechenrich-Eiserfey, der Aquäduktbrücke bei Vussem, den Aufschlüssen bei Mechernich-Breitenden und den Aufschlüssen in Euskirchen-Kreuzweingarten.


Römische Wasserleitung in Google Maps


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