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Das Booser Doppelmaar besteht aus zwei verlandeten Maaren, die eindrucksvoll als weitläufige, flache Kessel in der Landschaft erkennbar sind. Das westliche Maar hat einen Durchmesser von etwa 700 m und ist zwischen 30 und 60 m tief, das östliche ist zwischen 650 und 700 m groß und besitzt eine Tiefe von 50 bis 87 m.

Wie alle Maare sind sie durch das explosive Zusammentreffen von aufsteigendem heißen Magma und Wasser entstanden. In den kreisrunden, von Tuffwällen umgebenen Kesseln, lassen sich heute noch die Schichten beobachten, die während der Vulkanausbrüche abgelagert wurden.

In diesen Kesseln sammelte sich einst der Niederschlag und es bildeten sich an ihrem Grund Seen. Das Booser Doppelmaar ist aber eines der so genannten Trockenmaare, in denen der See vor langer Zeit verlandet ist. Früher wurden die Wasserflächen als Fischweiher genutzt, später nach ihrer Verlandung dienten sie den Bauern als Wiesen- und Ackerland.

Da die beiden Mulden aber immer sehr feucht sind, gibt es noch Stellen, die dauerhaft eine Wasseroberfläche haben und im westlichen Maar gibt es wieder einen Fischweiher.

Die Landschaft des Booser Doppelmaars ist Naturschutzgebiet und bietet einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt Lebensraum.

Ganz in der Nähe befindet sich der 25 Meter hohe "Eifelturm". Eine Wanderung dahin ist lohnenswert, kann man doch von dort wunderbar in das Doppelmaar hineinschauen, bei guter Sicht sogar bis in Westerwald und Hunsrück.

 

Das Booser Doppelmaar in Google Maps

 

 

 

 

 

 

Der Dreiser Weiher befindet sich bei Dreis-Brück in der Nähe von Daun.

Das Trockenmaar mit einer Länge von 1360 m und einer Breite von 1160 m ist das zweitgrößte Eifel-Maar. Es ist gut sichtbar von einem 36 bis 120 Meter hohen Wall umgeben.

Früher befand sich hier auch ein Maarsee, dieser wurde jedoch zu Beginn des 19. Jahrhunderts trockengelegt. Künstlich angelegte Gräben sorgen dafür, dass das Gebiet trocken bleibt.

Im Dreieser Weiher befindet sich eine kommerziell genutzte Quelle – die Nürburg Quelle.

Außerdem bieten sich hier besonders gute thermische Bedingungen, sodass dieses Gebiet bei Gleitschirmfliegern sehr beliebt ist.

 

 

 




Das Dürre Maar befindet sich in der Nähe von Gillenfeld in einer Maargruppe mit dem Hetsche Maar und dem Holzmaar. Das Dürre Maar ist verlandet und zählt zu den Trockenmaaren. Es ist von einem schwach erodierten Wall aus Lapilli-Tuff umgeben und hat einen Durchmesser von etwa 290 m.

Der Maarkessel ist mit einem Übergangsmoor aus Sphagnum- und Braunmoostorfen gefüllt, welcher etwa 12 m tief ist.  An seinem nordöstlichen Ende befinden sich Quellen, sodass das Moor nicht nur durch Niederschläge gespeist wird.

Das Dürre Maar steht unter Naturschutz. Obwohl es sehr nährstoffarm ist, haben sich verschiedene Pflanzen und Tiere an ihre Umgebung angepasst und ihren Lebensraum hier gefunden. Die seltene Moosbeere rankt wie ein feines Gespinst über dem Torfmoorpolster. Neben Libellen und Schmetterlingen leben hier Vögel wie das Braunkehlchen und der Kiebitz. Während der Zeit der Vögelzüge finden sich auch Graureiher oder Sumpfohreule zu einem Zwischenstopp ein.


Dürres Maar in Google Maps

 

 

 




Bis im 19. Jahrhundert war der ehemals etwa 16 Hektar große Duppacher Weiher bei Duppach noch zum Teil mit Wasser gefüllt. Gut ist heute noch die ringförmige Struktur zu erkennen, die dieses Maar umgibt, obwohl der Oosbach zur Nord- und Südseite hin den Ringwall abgetragen hat.

Der Duppacher Weiher war wegen seines Fischreichtums berühmt. Er wurde ca. 1930 trockengelegt

 

Duppacher Weiher bei google maps

 

 

 




Geradezu ein Paradebeispiel für Fossilienfunde stellt das in der Südwesteifel gelegene Eckfelder Maar dar. Das nach der kleinen Eifelgemeinde benannte Trockenmaar, das in der ehemaligen Verbandsgemeinde Manderscheid liegt, hat in jüngster Zeit bei Geologen und Paläontologen großes Aufsehen erregt. Der damalige Eckfelder Schulmeister, Nikolaus Pauly, entdeckte 1839 bei einer Wanderung nach Manderscheid im bewaldeten Tal des Pellenbaches ein dunkles krümeliges Stück Gestein, das er für Braunkohle hielt. Die Substanz ließ sich tatsächlich als Heizmaterial verwenden, und Pauly beschloss, das Vorkommen genauer zu erkunden. 1854 begann der jetzt zum Unternehmer avancierte Dorfschullehrer mit dem planmäßigen Abbau dieses fossilen Energieträgers, der wahrscheinlich in der nahegelegenen Eisengießerei in Eisen­schmitt Verwendung fand. Die Arbeit gestaltete sich jedoch schwierig und gefährlich, so dass der Eckfelder Bergbaubetrieb wenige Jahre später wieder stillgelegt wurde. Erst 1959 stieß in der Sammlung des Geowissenschaftlichen Institutes der Universität Köln der Paläontologe Pflug auf ein Stück dieser sogenannten Eckfelder Braunkohle. Anhand fossiler Pollen und Sporen, die darin enthalten waren, konnte belegt werden, dass dieses Eckfelder »Braunkohlevorkommen« mindestens doppelt so alt war wie zuvor angenommen. Eine 1980 von Trierer Geologen niedergebrachte Forschungsbohrung bis zu einer Tiefe von 66,5 m erschloss ein breites Spektrum unterschiedlicher Sedimente. Die erbohrten Ablagerungen beginnen mit einer Folge vulkanischer Lockermassen (Pyroklastika) und gehen dann in eine über 30 Meter mächtige Serie fein geschichteter Tonsteine (Laminite) über. Die wissenschaftliche Auswertung des Bohrkerns sowie die rundliche Form und die Größe des Durchmessers der Talweitung von ca. 400 m, in der Nikolaus Pauly sein »Braunkohlevorkommen« entdeckte, führten zu der Erkenntnis, dass es sich beim Eckfelder Maar um einen, wenn auch sehr viel älteren, Explosionstrichter handeln muss. Auch hier wurden, wie bei der Entstehung der bekannten quartären Eifelmaare, beim Zusammentreffen glutflüssiger Magmamassen mit dem versickernden Oberflächenwasser riesige Wasserdampfmengen freigesetzt, die zu der Aussprengung des Maartrichters führten. Die Datierung des Ausbruchs kommt auf ein Alter von 44,3 Millionen Jahren, und somit ist das Eckfelder Maar etwa fünftausend mal älter als die übrigen Maarbildungen der Westeifel. Von der ursprünglichen Maarform am unteren Ausgang des Pellenbaches ist so gut wie nichts mehr zu erkennen, denn jahrmillionenlange Verwitterung und Abtragung haben die ursprüngliche Landoberfläche weitestgehend verändert. Wie die heutigen 8 bekannten Maarseen, so war auch das Eckfelder Maar ein wassergefüllter Explosionstrichter. Das Seebecken füllte sich allmählich durch verwittertes Material auf, das von den Rändern durch Regenwasser eingeschwemmt wurde. Die fein gebänderten Tonschichten enthalten Schalenreste von Kieselalgen. Diese mikroskopisch kleinen Lebewesen zählen zum pflanzlichen Plankton (Phytoplankton), welches das erste Glied in der Nahrungskette eines Süßwassersees darstellt. Die Auswertung des Bohrkerns ergab weiterhin, dass ein großer Teil des Tonpaketes aus bituminösen, an organischen Stoffen sehr reichen Schichten besteht. Dadurch erhält das Gestein seine dunkle Farbe und den weichen, bröseligen Charakter. Diese »Braunkohlen«, die Nikolaus Pauly vor 150 Jahren bei Eckfeld fand, erinnern sehr an die feinkörnigen Ölschiefer der Grube Messel bei Darmstadt.

Seit 1987 arbeitet ein Team aus Wissenschaftlern des Naturhistorischen Museums Mainz, Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz, zusammen mit Studenten und Zivildienstleistenden an der denkmalgeschützten Fossilfundstätte Eckfelder Maar. 40000 Fossilien wurden seither aus dem bituminösen Tonstein herausgeschält. Die Grabungsstelle im ältesten Maar der Eifel wird durch ein Zeltdach geschützt, damit auch bei Regen und Sommerhitze weitergegraben werden kann. Die Fossilien aus dem schwarzbraunen brüchigen Tonstein herauszuschälen gestaltet sich für das Grabungsteam recht schwierig. In handgroßen Stücken lösen die Mitarbeiter das weiche Gestein mit einem Messer ab und trennen die einzelnen Schichten auf, um die Fossilien freizulegen und zu identifizieren. Ein gefundenes Fossil muss sofort mit einem Spezialverfahren konserviert werden, weil das Gestein an der Luft innerhalb kurzer Zeit zerbröckelt und der fossile Inhalt für immer zerstört wäre.
Durch die extrem feinkörnigen Tonschichten sind die Fossilien außergewöhnlich gut erhalten. Die Blätter verschiedenster Pflanzenfamilien lassen sogar Feinheiten wie Nervatur und Zellmuster der Blattoberfläche erkennen. Fossile Blätter lassen sich anhand ihrer Oberflächenstrukturen bestimmen. So konnte man Ulmen-, Walnuß- und Rosengewächse nachweisen, aber auch Pflanzenfamilien, wie die Palmen-, Lorbeer- und Teegewächse, deren heutige Nachfahren nur in den Wärmezonen der Erde vorkommen. Aus dem Eckfelder Maar liegt aber auch eine große Zahl fossiler Blüten vor, an denen sich sogar so feine Strukturen wie Narbenlappen und Pollensäcke mit Pollenkörnern erkennen lassen. Groß ist auch die Zahl fossiler Insekten, die während des mittleren Eozäns unseren Eifelraum bevölkerten. Käfer sind mit 90% aller Insektenfunde die in Eckfeld häufigste Ordnung, daneben existieren aber auch Hautflügler, Fliegen, Mücken, Libellen und Köcherfliegen. Im Eckfelder Maarsee, der etwa 200000 Jahre bestand und dann verlandete, lebten Schnecken, Muscheln, Krebse und zahlreiche Fischarten. Besonders zahlreich ist ein Vertreter der Barschartigen, der bisher nur von Eckfeld bekannt ist und deshalb den wissenschaftlichen Namen Pararhenanoperea  eckfeldensis erhielt. Auch Amphibien und Reptilien kamen im eozänen Maarsee vor, was durch den Fund eines unvollständigen Froschskelettes sowie den Zähnen und Kieferbruchstücken von drei Krokodilarten belegt werden kann. Bemerkenswert ist auch der Einzelfund eines Fledermausflügels.

Die zahlreichen fossilen Pflanzenreste sowie das Vorkommen von Krokodilen belegen eindeutig, dass es sich seinerzeit im mitteleuropäischen Raum um ein subtropisch feuchtwarmes Klima handelte und der immergrüne Urwald das dominierende Pflanzenkleid darstellte. An diesen mit dichtem Unterwuchs durchsetzten Wald war ein Vorfahre unserer heutigen Pferde, das Urpferd, bestens angepasst. Das fuchsgroße Tierchen war ein Laubfresser mit spitzhöckrigem Gebiss und besaß mehrzehige Extremitäten, mit denen es sich auf dem weichen, oft morastigen Boden gut fortbewegen konnte. 1991 förderte das Grabungsteam von Eckfeld ein vollständiges, zusammenhängendes Skelett des Urpferdes Propalaeotherium ans Tageslicht. Nicht nur die Knochen, sondern sogar Teile des Weichkörpers und Reste des Mageninhaltes waren erhalten. Im hinteren Bauchabschnitt befanden sich zudem noch die Überreste eines ungeborenen Fohlens. Bei dem Fossil handelte es sich um eine trächtige Stute, die im Eckfelder Maar ertrunken ist.

Kürzlich gelang dem Forscherteam ein weiterer sensationeller Fund im Eckfelder Maar. Es förderte zwei gut erhaltene Backenzähne und ein Unterkieferstück zweier unterschiedlicher Primatenarten zutage. Bei den Tieren handelte es sich um Halbaffen, wie sie heute noch in Madagaskar leben. Mit diesem Fossilfund konnte erstmals die Anwesenheit von solchen dem Menschen verwandten Säugetieren aus der Tertiärzeit im heutigen Rheinland-Pfalz belegt werden. Im Maarmuseum in Manderscheid werden die wertvollen Funde für die Öffentlichkeit angemessen präsentiert. Die Grabungen in diesem alten Maar haben in der Südwesteifel eine der bedeutendsten Fossilfundstätten Mitteleuropas aufgespürt. Die neueste Entdeckung stellt eine 44 Millionen Jahre alte Laus dar. Das 6,7 mm große Tierchen gilt bislang weltweit als der älteste Fund einer fossilen Laus. Da die Grabungsstelle Eckfeld etwa vier Millionen Jahre jünger ist als die Grube Messel, lässt sich in etwa die Evolution der Tier- und Pflanzenwelt anhand vergleichender Betrachtung detaillierter Körperstrukturen nachvollziehen. Wenn die Arbeiten nicht durch das Ausbleiben weiterer Fördermittel eingeschränkt werden, wird in Zukunft sicher von so manch weiterer paläontologischer Sensation aus Eckfeld zu hören sein.


(Text aus: »Geologische Streifzüge« von Wolfgang Spielmann, erschienen im Rhein-Mosel-Verlag)

Eckfelder Maar in Google Maps







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